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  Muhyiddin al-Arabi zitiert eine außerkoranische Überlieferung folgendermaßen:

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 Ich habe das All erschaffen, auf dass es mir als Spiegel diene und ich in diesem Spiegel meine eigene Schönheit betrachten kann.

Es war dieses Geheimnis, aus dem heraus in meiner Seele eine so große Begeisterung für die ganze Schöpfung erwuchs. Stets wollte ich die Blumen, Pflanzen, Bäume, Berge und besonders die Wolken oder auch die Insekten anschauen, sie betrachten, mich für Gottes schöne Welt begeistern, mich in ihrer Betrachtung verlieren. Besonders fesselten mich dabei der Anblick des Himmels über mir, das Spiel der Lichter im Auf- und Untergehen der Sonne, wie faszinierende Vorführungen auf einer himmlischen Leinwand in vielfältigen Farben und Formen, und auch das Spiel der Wolken am Himmel, wie sie sich trennen und wieder begegnen und zu immer neuen Formen und Gestalten gruppieren. Diese kunstvollen Vorführungen am Himmelszelt stundenlang zu betrachten war meine einzige wahre Freude.
Ich war kaum erwachsen, so versuchte ich für das, was die Natur der Schöpfung sei, und welche Bedeutung ich selbst und mein Dasein in ihr hätte, ein Erklärung zu finden, die meinen Verstand befriedigen könnte, und zu wissen, wie ich mich denn verhalten solle. Ich bemerkte, wie so viele Menschen um mich herum an all diesen tagtäglich, stündlich, ja in jeder Minute ablaufenden wunderbaren Ereignissen ahnungslos vorbei lebten und sich nur für von Menschenhand verfertigte Kunstwerke begeistern und in ihnen ein künstlerisches Talent entdecken wollen. Viele unter ihnen erschöpften sich sogar in dem Bemühen, sich mit dem, was sie hatten, zu identifizieren und ihr Gefühl für den eigenen Wert wurde vollständig von ihrem Besitz abhängig. So irrten sie wie in einer Wüste umher und es wurde mir sehr schwer, unter den Menschen einen Freund zu finden, der mir Partner sein konnte. Am Ende versank ich, obschon ein Kind unserer Zeit, wie ein Wesen aus einer anderen Welt in der Einsamkeit. Diese Einsamkeit drängte mich schließlich dazu, all diesen Phänomenen, die mich innerlich erfüllen und begeistern, auch nach außen einen Ausdruck zu verleihen. Und weil es mir dazu an Worten mangelte, versuchte ich sie in Bildern zu gestalten. Als dieses tiefe seelische Bedürfnis in mir immer zwingender wurde und sich meiner Talente und Fähigkeiten zu bemächtigen trachtete, ließ ich mich schließlich zu einem Grundkursus an der Axel Andersson Akademie einschreiben. Dort habe ich nun die dreijährige Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. In dem Bemühen meiner Lehrer habe ich nun eine Möglichkeit gefunden, meine natürliche Begabung, zu malen, erschließen zu können.
Einige Zeit danach wurde ich mit dem Künstler Hans-Werner Sahm, seinen Bildern und seiner Malweise bekannt. In seiner Kompositionsweise und in seiner Pinselführung ist er mir zu einem Vorbild geworden. Bei meinem ersten Besuch in seiner Wohnung zeigte ich Herrn Sahm meine Bilder. Er hat mir gesagt, dass sie ihm sehr gut gefielen. Er hat mir zugleich auch einige seiner eigenen Techniken, Arbeitsmethoden und Malweisen empfohlen. Diese meine persönliche Begegnung mit ihm und die Art, wie er sich ernsthaft mit meinen Bildern beschäftigte - sei es durch Kritik, sei es durch Vorschläge und Empfehlungen - haben mich stark motiviert. Ich habe dann seine Empfehlungen in den Bildern, die ich danach gemalt habe, auch tatsächlich angewendet und dabei gesehen, dass meine innersten Gefühle und Vorstellungen in diesen Bildern nun besser zum Ausdruck kommen. Diese Bilder entsprechen jetzt besser meinen Vorstellungen.Mit diesen Bildern beabsichtige ich nicht allein, die Begeisterung anderer für sie zu erwecken, sie sind vielmehr ein Versuch, meinen Empfindungen und Vorstellungen Ausdruck zu verleihen. Inwieweit mir das auch tatsächlich gelungen ist, vermag ich nicht zu sagen. Ich kann jedoch sicherlich sagen, dass ich ein kleines Stückchen vorwärts gekommen bin.
Darüber hinaus hat mich die Beschäftigung mit der Kunst gelehrt, wahre Kunstfertigkeit auch würdigen zu können. Ich habe erkannt, dass das nur dadurch möglich ist, dass man die Beziehung zwischen dem Kunstwerk und dem Künstler zu sehen versteht. Ich kann meine Bewunderung für einen Künstler, den ich kenne und sein Werk, mit dem ich mich bereits beschäftigt habe, nicht verbergen. Durch diesen Vergleich wurde es mir möglich, zu erkennen, welche Kunstwerke der Schöpfer des Kosmos in dieser Welt ausstellt und so verstand ich, dass ich mich in diesem Kosmos in einer berühmten Kunstgalerie Gottes befinde. Ich habe es immer als ein besonders großes Kompliment für mich empfunden, dass Er, dem der ganze Kosmos gehört, sich die Mühe macht, Seine sorgfältig angefertigten Kunstwerke, einem armseligen Menschen wie mir vor Augen zu führen und von mir diesen Ausdruck der Bewunderung für Ihn und Sein Werk auch erwartet. Meine Dankbarkeit für diese Seine Zuwendung brachte mich dazu, mich vor Seiner Gegenwart und vor der Schönheit, die Er in Seiner Schöpfung präsentiert, in frei gewählter Dankbarkeit zu verbeugen, niederzuknien, niederzuwerfen. Ich habe nun das Empfinden, mich mit meiner Natur ausgesöhnt zu haben. In dieser Hinsicht ist die Malerei für mich von so großer Bedeutung, weil ich mich durch sie in dieser meiner inneren Haltung zu bewahren vermag. So wünsche ich mir denn von ganzem Herzen, dass alle, die meine Bilder betrachten, mit mir auch teilhaben an jenen Empfindungen, die mich bewogen haben, sie zu malen.Mit herzlichen Grüßen an alle, die Gottes Kunstwerke mit mir bewundern und sich für sie begeistern können und meine Empfindungen bei ihrem Anblick in meinen Bildern mit mir teilen möchten.

Alâaddin Ercan 

 

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